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Kerze melden

Anja Eichstädtgestorben am 5. September 2026

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Liebe Mama,

du hattest immer so große Angst davor, allein zu sein.
Vielleicht darfst du jetzt erfahren, dass Nähe keinen gemeinsamen Raum braucht, keine Hand, die man festhalten kann, keinen Körper, den man sehen oder berühren kann.

Was uns miteinander verbindet, ist mit dem Tod nicht verschwunden. Es ist immer noch da. Du bist immer noch da – in uns, in unseren Gedanken, in unseren Erinnerungen, in allem, was wir von dir erzählen und was wir von dir in uns tragen.

Du fehlst uns so sehr. Aber du bist nicht allein. Niemals. Das verspreche ich dir. 💖

Dir war es immer so wichtig, dass wir uns melden. Dass du weißt, wo wir sind, was wir machen und dass alles gut ist. Das hat dir Sicherheit gegeben. Du brauchtest dieses Gefühl, dass wir da sind.

Jetzt brauche ich diese Sicherheit von dir.

Ich gehe jeden Tag durch unseren Chat. Ich lese deine Nachrichten, immer wieder. Ich höre deine Sprachnachrichten und bin jedes Mal so dankbar, dass ich deine Stimme noch hören kann. Dass ich noch hören kann, wie du sprichst, wie du meinen Namen sagst, wie du dich anhörst.

Diese Nachrichten bedeuten mir plötzlich alles.

Sie geben mir gerade genau diese Sicherheit, die du früher von uns gebraucht hast. Für einen Moment fühlt es sich dann nicht so an, als wärst du nicht mehr da. Deine Stimme ist da. Deine Worte sind da. Und du bist mir dadurch näher.

Am Abend von deinem Tod saß ich in meinem Sessel vor dem Fenster und habe in den Himmel geschaut. Und plötzlich flog da eine Sternschnuppe. Ich wusste genau: das warst DU, Mama.

Als wolltest du mir noch einmal sagen: Ich bin da. Mach dir keine Sorgen um mich. Ich bin angekommen.
Nun gibst DU uns diese Sicherheit, dass wir uns keine Sorgen machen müssen. In der Sternschnuppe, in der Raupe, in meiner Rose.

Mama, du kannst immer und überall bei uns sein, du findest deine Wege und du bist niemals allein.

Ich liebe dich.